Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Flugticketsteuer erhöht CO2-Ausstoss

Luftfahrt ist aus naheliegenden Gründen eine der internationalsten Branchen überhaupt. Klimapolitische Lösungen sind deshalb im internationalen Rahmen zu suchen. Nationale Instrumente sind wirkungslos und sogar kontraproduktiv.

Globale & clevere Lösungen unterstützen

Der Luftverkehr ist global anzugehen, was mit den internationalen Klimainstrumenten EU-Emissionshandelsystem und CORSIA der UNO bereits aufgegleist ist. CORSIA umfasst mehr als 70 Länder, die zusammen für über 75% der CO2 Emissionen im Luftverkehr verantwortlich sind. Im EU-EHS kostet die Tonne CO2 heute rund 20 Euro und ist in den letzten Monaten stark angestiegen.

CORSIA umfasst mehr als 70 Länder, die zusammen für über 75% der CO2 Emissionen im Luftverkehr verantwortlich sind. Das Ziel ist klar: Das Wachstum der internationalen Luftfahrt muss ab ab 2020 CO2-neutral erfolgen.

International breit abgestützt

International umsetzbar


Flugticketsteuer ist ein Auslaufmodell

Ein rein nationaler Ansatz in der Luftfahrt ist falsch. Österreich hat die Steuer halbiert, Dänemark, die Niederlande und Irland sogar abgeschafft. In anderen Ländern liegt sie normalerweise bei 5-10 Euro. Die Begehrlichkeiten, was mit dem Geld geschehen soll, sind riesig. Das ist auch der einzige Grund, warum es diese Steuer gibt – eine Lenkungswirkung gibt es nicht.

Flugticketsteuer wirkt nicht und ist höchstens kontraproduktiv

Eine Flugticketsteuer bewirkt als nationale Insellösung nichts, wie das internationale Beispiele zeigen: Die Flughäfen London Luton, London Gatwick, Wien, Frankfurt, München, Kopenhagen usw. steigerten den Flugverkehr in den letzten Jahren trotz Flugticketsteuern massiv. Ein Umsteigen auf die Bahn hat nicht stattgefunden.

Nicht für alle Flughäfen umsetzbar

Eine Flugticketsteuer wäre nur bei den Flughäfen Zürich und Genf umsetzbar. Basel gehört auch den Ländern Frankreich und Deutschland. Eine Einführung einer neuen Schweizer Steuer in Basel ist daher fraglich. Somit wäre der Euroairport in Basel als Basis von Easyjet aller Voraussicht nach davon ausgenommen.

Flugticketsteuer ist verfassungswidrig

Die Flugticketsteuer hat keine Grundlage in der Bundesverfassung und darf nicht eingeführt werden.

Verlagerungseffekte entstehen

Es kommt zu Verlagerungen zu kostengünstigeren Flughäfen. So z.B. verlagerte sich nach der Einführung einer Flugticketsteuer in Dänemark ein Teil des Luftverkehrs von Kopenhagen ins schwedische Göteborg. Ähnliche Effekte gab von den Niederlanden nach Deutschland.

Umverkehr entsteht

Gabelflüge werden attraktiver, da so die Flugticketsteuern auf interkontinentalen Flügen umgangen werden können. So verliert insbesondere der Hub Zürich an Attraktivität.

Fazit: Flugticketsteuer hat negative Klimawirkungen

Der Umverkehr ist eine kontraproduktive direkte Wirkung einer Flugticketsteuer und erhöht den CO2-Ausstoss. Indirekt entsteht ein weiterer kontraproduktiver Effekt: Gerade die Flughäfen Zürich & Genf als Heimbasen der Swiss würden unattraktiver und die Swiss als Fluggesellschaft mit einer der modernsten Flotten würde bestraft. Umverkehr verschöbe sich tendenziell an Hubs, wo ältere, deutlich emissionsreichere Flugzeuge betrieben werden.

Der neue Bombardier CS Jet der Swiss verbraucht im Vergleich mit der vorherigen Flotte 20% weniger Treibstoff, reduziert die NOx-Belastung um 50% und ist leiser.