Wirtschaft, Bildung und Forschung

Familien entlasten – jetzt!

Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Wir stimmen beim Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer am 27. September über zwei Punkte ab:

  • Höhere steuerliche Berücksichtigung der Kinderdrittbetreuungskosten: Eltern sollen künftig die Kosten von bis zu 25’000 Franken pro Jahr und Kind für die Kinderdrittbetreuung bei der direkten Bundessteuer abziehen können (heute 10’100 Franken).
  • Höhere Kinderabzüge: Das Parlament hat zudem beschlossen, auch die allgemeinen Kinderabzüge von 6’500 auf 10’000 Franken zu erhöhen.

Insgesamt ergeben sich mit dieser Vorlage Entlastungen von etwas über 300 Millionen Franken. Die SP hat das Referendum gegen das Gesetz ergriffen, weil der Teil der Erhöhung der Kinderabzüge nur besser Verdienenden nützen würde. Soweit die sehr übersichtliche Ausgangslage in diesem Geschäft.

Wenn wir den Nutzen dieser Vorlage auf den Punkt bringen wollen, möchte ich eine Frau zu Wort kommen lassen, welche einmal in einem online Artikel einen Kommentar hinterlassen hat:

«Wer denkt, ich gehe nur arbeiten, um uns Luxus zu gönnen, der täuscht sich gewaltig – schliesslich bezahlen wir für die Kita und bei den Steuern bezahlen wir (Progression sei Dank) auch nochmal kräftig. Unter dem Strich bliebe mehr übrig, wenn ich nicht arbeiten würde. Also wieso um Himmels willen gehe ich überhaupt arbeiten?!?»

Genau hier setzt die Vorlage zu einer Lösung an. Wenn wir betrachten, wer wie seine Kinder betreut, ist sie sehr wohl vertretbar. Eine grosse Gruppe von Leuten betreut nämlich ihre Kinder von 0 bis 12 Jahren nicht in einer Kindertagesstätte oder anderen Institution. Viele Grosseltern oder Personen aus dem Umfeld der Familie helfen mit. Das sind über 40% jener Kinder, die familienergänzend betreut werden. In Kitas oder schulergänzenden Angeboten werden etwas mehr als 30% betreut. Mit den höheren Abzügen für Kinderdrittbetreuungskosten profitiert diese zweite Gruppe. Alle anderen, welche diese Kosten eben nicht geltend machen können, gehen leer aus.

Fremd- & selbstbetreuende Familien entlasten

Es wird nun kritisiert, der höhere Kinderabzug sei eine Giesskanne und bevorteile nur die besser Verdienenden. Dem ist entgegenzuhalten, dass, wie unsere Frau vorhin schön formuliert hat, über die Progression und die Steuern die effektiven Kosten der Kita-Plätze klar von diesen Leuten getragen werden. Die Progression der Betreuungskosten für Drittbetreuung ist krass. Im Schnitt zahlt das oberste Drittel der Einkommensklassen über 1100.- Franken pro Monat pro Kind. Das unterste Drittel nur 400.- Franken.

Wenn man zusätzlich betrachtet, dass fast alle Kita-Plätze noch direkt über Steuergelder subventioniert werden, werden viele Leute echt doppelt zur Kasse gebeten. Hier setzt die Erhöhung des allgemeine Kinderabzugs an. Dies ist eine bescheidene Entlastung von Familien, die zwar besser verdienen aber auch einen überdurchschnittlichen Beitrag dazu leisten, dass es überhaupt solche Angebote gibt. Es entsteht dadurch ein Anreiz für gut Verdiende – gerade auch Frauen – (weiter) zu arbeiten. Deshalb sage ich aus Überzeugung Ja zu dieser Vorlage.